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Jeder gegen jeden - Derby Dutzend II

  • Writer: Luis Kimmel
    Luis Kimmel
  • May 14
  • 14 min read

Mit dem Bavarian Classic liegt die erste richtige Derbyprüfung hinter uns. Hat das Rennen, das in diesem Jahr zum ersten Mal als Gruppe 2-Prüfung gelaufen wurde, gehalten was es versprochen hat? Schwer zu sagen. Der Sieger stand im Grunde schon seit Oktober fest: GOSTAM (Saxon Warrior). Auch wenn es am Ende vielleicht etwas enger wurde als erwartet.


Neben Gostam haben wir weitere spannende Kandidaten mit Blick in Richtung Horn gesehen. Es gab Enttäuschungen, Überraschungen, Rückschläge und alles was sonst zur Derbyzeit dazu gehört. Ich habe wieder einen Blick auf die noch verbleibenden Pferde mit Nennungen für das G1 IDEE 157. Deutsche Derby geworfen und mein Ranking dem Gesehenen der letzten Wochen angepasst.



1 - JAMES J BRADDOCK

Zarak x Burkina Faso (Mukhadram)

Besitzer: Aziz Kheir Aust Partners & Kevin Blake

Trainer: Joseph O'Brien

Züchter: Anita Wigan

Quote: 40,0

GAG: Sein letzter Sieg wurde noch nicht vom Handicapper bewertet. Vermutlich 93 kg.

Position im letzten Derby Dutzend: 13


Es kommt richtig Bewegung ins Derbyfeld. Mit JAMES J BRADDOCK sichert sich ein Pferd den Spitzenplatz in meinem Ranking, dass ich vor einigen Wochen noch ausserhalb der Top 12 hatte.

Der von Joseph O'Brien trainierte ZARAK-Sohn machte erst vor ein paar Tagen so richtig auf sich aufmerksam, als er in Leopardstown die beiden Coolmore Hengste ENDORSEMENT (Wootton Bassett) und PIERRE BONNARD (Camelot) in einem Gruppe 3-Rennen hinter sich lassen konnte.

Auch wenn es am Ende nur ein kurzer Kopf wqr, macht bekanntlich der Ton die Musik.


Nach dem Überraschungserfolg wird es für James J Braddock nun im G1 Epsom Derby weitergehen. Ein Start in Hamburg käme wohl nur bei entsprechendem Laufen in Frage. Ich denke da an die Plätze 4-8. Mitbesitzer ist der irische Rennsport-Experte Kevin Blake, der neben seinen Tätigkeiten bei den irischen und britischen Rennsport-Sendern, bei Joseph O'Brien für das Race Planning verantwortlich ist. Bei der Jährlingsauktion 2025 in Baden-Baden konnte man Blake ebenfalls antreffen.


Im vergangenen Jahr hatte ich lange zeit den O'Brien-Schützling TENNESSEE STUD (Wootton Bassett) an erster Stelle meines Rankings. Dieser konnten sich später im englischen Derby platzieren. Ob James J Braddock ähnlich gut ist, wird sich noch zeigen. In Hamburg muss er sich vor keinem deutschen Pferd verstecken.

G3 Derby Trial in Leopardstown

2 - MALTESE CROSS

Sea The Stars x Nabatea (Camelot)

Besitzer: George Waud

Trainer: William Haggas

Züchter: Ecurie Du Sud & Ecurie Gribomont

Quote: 30,0

GAG: Sein letzter Sieg wurde noch nicht vom Handicapper bewertet. Vermutlich 95 kg.

Position im letzten Derby Dutzend: 3


Auch Position zwei gehört einem im Ausland trainierten Galopper. MALTESE CROSS gewann zuletzt das Lingfield Derby Trial (LR) in kämpferischer Manier. In diesem Zug ließ der den von Günther Schmidt gezogenen BALZAC (Japan) knappe sieben Längen hinter sich.

Auch Maltese Cross hat deutsche Züge in seinem Pedigree. Seine Mutter NABATEA (Camelot) stammt aus der Zucht von Jürgen Imm und brachte mit NAMOURIA (Adlerflug) bereits eine listenplatzierte Stute. In der weiteren Verwandtschaft findet man Klassepferde wie die herausragende Vererberin NEELE (Peintre Celebre). Gleich zwei Gruppe 1-Sieger gehen auf ihr Konto. NUTAN (Duke Of Marmelade) gewann für den Stall Nizza 2015 das Deutsche Derby.


Wie James J Braddock steht für den von William Haggas trainierten Galopper als nächstes das englische Derby an. Dort werden ihm zumindest Chancen auf eine Platzierung in den Top fünf ausgerechnet. Ein Start in Hamburg ist natürlich nie ausgeschlossen, aber eher unwahrscheinlich.

3 - WEEKEND WARRIOR

Japan x Whispering Angel (Soldier Hollow)

Besitzer: Eckhard Sauren

Trainer: Henk Grewe

Züchter: Gestüt Park Wiedingen

Quote: 15,0

GAG: 80 kg

Position im letzten Derby Dutzend: 11


Der erste deutsche Vetreter heißt WEEKEND WARRIOR. Seine bisherige Route dreijährig erinnert ein klein wenig an die von HOCHKÖNIG (Polish Vulcano). Anders als erwartet ging man mit Weekend Warrior nach seinem imponierenden Erfolg zu Beginn der Grasbahn-Saison nicht in ein Blacktyperennen, sondern trat am vergangenen Sonntag in Hoppegarten gegen eher überschaubare Konkurrenz an.

Sein Laufen aus Mülheim im März wurde mittlerweile mehrfach aufgewertet. Der damalige Zweite LANDOLFO (Japan) gewann im Anschluss in Lyon-Parilly, der Vierte NIGHT SESSION (Waldpfad) am erstenn Mai in München. Und auch der drittplatzierte VARLEY (Japan) zeigte im Anschluss zwei ansprechende Formen.


In Hoppegarten setzte sich Weekend Warrior gegen seinen Stallgefährten MELTING MOON (Sea The Moon) durch. Dieser reiste mit einem Sieg aus Strasbourg im Gepäck in die Hauptstadt. Für Weekend Warrior wird es jetzt wohl im G2 Sparkasse KölnBonn Union-Rennen weitergehen.


Weekend Warriors Mutter WHISPERING ANGEL (Soldier Hollow) gewann 2018 den G3 Preis der Winterkönigin und brachte mit WILKO (Mastercraftsman) bereits einen 96,5 kg Galopper. Wilko konnte vor zwei Jahren das G3 Bavarian Classic gewinnen und wurde Zweiter im G3 JRA Derby-Trial ehe er im Derby den siebten Platz belegte. Im vergangenen Jahr gewann er zunächst den Preis von Dahlwitz auf Listenebene. Im G2 Grossen Preis von Tattersalls wurde er in Iffezheim Zweiter. 2026 gewann er in Hoppegarten sehr überzeigend erneut den Preis von Dahlwitz.

4 - ALL SQUARE

Gleneagles x Amazona (Dubawi)

Besitzer: Gestüt Schlenderhan

Trainer: Peter Schiergen

Züchter: Gestüt Schlenderhan

Quote: 25,0

GAG: 81 kg

Position im letzten Derby Dutzend: Noch nicht gelaufen


Auch wenn er bei seinem zweiten Start als kochendheißer Favorit (1,5:1) "nur" auf den zweiten Platz kam, reichte das bisher von ALL SQUARE gesehene, um ihn auf den vierten Platz in meinem Derby Dutzend zu setzen.

Beim Lebensdebüt am Ostermontag in Köln marschierte der Schlenderhaner an der Spitze immer weiter. "Was ist das denn? Ein Name für jeden Notizzettel: All Square", kommentierte Marvin Schridde dieses Spektakel in Weidenpesch.


Spektakulär ist auch die Abstammung des Schützlings von Peter Schiergen. Sein Vater GLENEAGLES (Galileo) stellte 2024 Derbysieger PALLADIUM. All Squares Mutter AMAZONA (Dubawi) gewann 2016 für den Stall Ullmann ein Gruppe 3-Rennen über 2050 Meter in Krefeld. Ihr Erstling AGUIRRE (Camelot) war mehrfach auf Gruppe-Ebene platziert.


Für All Squares zweiten Lebensstart entschied man sich überraschenderweise für einen Start im Handicap. Neun Gegner stellten sich ihm in einem Ausgleich II in den Weg. Zur aberwitzigen Quote von 1,5 musste er sich nur dem vierjährigen DANYLOV (Bated Breath) geschlagen geben. Dieser dürfte allerdings auch noch etwas Luft nach oben haben, womit sich All Square auch hier sicher nicht blamiert hat, zumal der Rennverlauf nicht optimal war. Optionen vor dem Derby sind nun das G3 JRA Derby-Trial in Iffezheim oder das G2 Sparkasse KölnBonn - Union-Rennen in gut vier Wochen.

5 - WILD RIVER

Lope De Vega x Wildfeder (Galileo)

Besitzer: Stall Hanse & Klaus Allofs & Michael Motschmann

Trainer: Peter Schiergen

Züchter: Gestüt Ammerland

Quote: 50,0

GAG: 77kg

Position im letzten Derby Dutzend: 7


Noch sah man WILD RIVER dreijährig nicht am Start und trotzdem steigt er in meinem Ranking gleich um zwei Plätze. Warum? Weil ich noch auf der Suche bin nach DEM Klassesteher des Jahrgangs. Aktuell scheint es, als könne wirklich jeder jeden schlagen und das beunruhigt mich mit Blick auf die Qualität des Jahrgangs ein wenig.

Mittlerweile steht der LOPE DE VEGA-Sohn bei pferdewetten.de bei schwindelerregenden 50:1. Wohl ein Zeichen, dass man nicht damit rechnet, dass der Schützling von Peter Schiergen wirklich in Hamburg auftauchen wird.


Momentan hält Wild River vor dem Derby lediglich eine Nennung für die G2 Union. Schwer vorstellbar, dass man hier in die Saison starten will.

Auf der positiven Seite: er wurde auch für den G1 Grossen Preis von Baden im September eingeschrieben.


Blicken wir nochmal kurz in seine bisherige Karriere. Sein Debüt gab er vergangenen September noch in den weltberühmten rot-grünen Farben des Gestüts Ammerland. Mittlerweile steht Wild River im Besitz des Stalles Hanse, Klaus Allofs und Michael Motschmann.

Beim genannten Debüt belegte der kräftige Lope De Vega-Sohn den dritten Platz hinter SOMI (Magna Grecia) und TRUE LION (Amaron). Sein Zweiter Start und erster Sieg ist, was mir Hoffnung auf mehr macht. Damals schlug er meine aktuelle Nummer 3 Weekend Warrior.

Diesen verdrang Wild River bei seinem Sieg im November sicher auf den zweiten Platz.


Gezogen ist Wild River herausragend. Über Lope De Vega, selbst Derbysieger in Frankreich vor 16 Jahren, muss man nicht mehr viel sagen. Vater von 25 individuellen Gruppe 1-Siegern.

Wild Rivers Mutter Wildfeder ist eine rechte Schwester des im Gestüt Lünzen stehenden Arc-Siegers WALDGEIST (Galileo).

Beim zweiten Start gewinnt Wild River überzeugend über 1850m

6 - GOSTAM

Saxon Warrior x Goiania (Oasis Dream)

Besitzer: Darius Racing & Michael Motschmann

Trainer: Andreas Wöhler

Züchter: Stiftung Gestüt Fährhof

Quote: 7,5

GAG: 96 kg

Position im letzten Derby Dutzend: 6


Über Gostam, gibt es aktuell nicht viel mehr zu sagen, als noch vor 1,5 Monaten. Er ist klar der beste Dreijährige in Deutschland und ich traue ihm auch international mindestens 96 kg zu. Sein nächster Start wird nun im G1 Prix du Jockey Club stattfinden, dem französischen Derby.

Ob man danach nach Hamburg kommt, ist aktuell noch offen und auch wenn ich weiterhin nicht davon überzeugt bin, ob der SAXON WARRIOR-Sohn wirklich 2400m stehen kann, bin ich immer mehr für einen Start im Deutschen Derby.

Sollte sich mein Gefühl bewahrheiten, dass der Dreijährigenjahrgang 2026 eher durchwachsen ist, könnte es für Gostam auch ohne großes Stehvermögen für einen Platz ganz weit vorne reichen.

Das logische große Ziel sollte aber sicher der G1 Große Dallmayr Preis über 2000 Meter in München sein.


Und weil es über Gostam nichts Neues zu berichten gibt, widme ich die nächsten Zeilen der Landeshauptsstadt Bayerns. Während man in Hannover und Leipzig am 01. Mai 21.800 bzw. 13.500 Zuschauer zählten, konnte der Münchener Rennverein lediglich 6.000 Menschen mobilisieren Deutschlands besten Galopper live zu erleben. Und das obwohl man mit dem Bavarian Classic ein neues Gruppe 2-Rennen auf der Karte hatte.

Von Seiten des Dachverbandes hieß es im Februar: „Mit der Aufwertung des Bavarian Classic auf ein Gruppe 2-Rennen setzen wir ein weiteres Ausrufezeichen auf dem Weg zum Deutschen Derby. Das Rennen hat seine Relevanz und Qualität über Jahre bestätigt."

Rechnen wir nach: In den letzten fünf Jahren kam das Bavarian Classic auf folgende Ratings: 94,5-94,375-95,375-94,375-90,625. Der Durchschnitt in diesem Zeitraum lag bei 93,85.

Das für Gruppe 2-Rennen benötigte Rating von 95 erreichte man ein Mal in den letzten fünf Jahren. Das Rating bezieht sich auf das Jahres-GAG der vier Erstplatzierten des jeweiligen Rennens.


Es gibt vier große Derbytests in Deutschland. Das Bavarian Classic, das G3 JRA Derby Trial in Baden-Baden, das Düsseldorfer Derby Trial (LR) und das G2 Union-Rennen.

Der letzte Derbysieger der auch das Münchener Highlight gewann, war 2016 ISFAHAN (Lord Of England).

Baden-Baden sah zuletzt 2023 den späteren Derbysieger, in Düsseldorf gewann gleich zwei Mal der Derbysieger das Listenrennen seit 2016, die Union wurde seitdem sogar drei Mal vom Derbysieger gewonnen, zuletzt 2022.


Long story short. Das Bavarian Classic ist ein tolles Rennen, aber sollte natürlich keine Gruppe 2-Prüfung sein. Allein schon in diesem Jahr wird es schwierig werden die geforderten 95 kg am Ende des Jahres zu liefern. Auch weil der viertplatzierte TAILWIND (Windstoss) sein Rating (90,5) in diesem Jahr verletzungsbedingt wohl nicht mehr steigern wird. Rechnerisch müssen somit die drei Erstplatzierten nun auf ein Rating von jeweils mindestens 96,5 kg kommen. Ein Umstand der zumindest in den letzten fünf Jahren nicht ein Mal vorkam. Oder Gostam rettet mit einem Sieg im Prix du Jockey Club den Münchener Rennverein und straft mich und meine Rechnung lügen.

So oder so sollte man sich mehr darauf konzentrieren, das Produkt "Rennsport" attraktiver zu gestalten, anstatt Rennen künstlich aufzuwerten.

Vier aus vier - Gostam bleibt auch im G2 WETTSTAR.de Bavarian Classic ungeschlagen

7 - WESTMINSTER ROCKET

Golden Horn x Ten Thousand Stars (Toronado)

Besitzer: Westminster Stud GmbH

Trainer: Andreas Wöhler

Züchter: Saxtead Livestock Ltd.

Quote: 15,0

GAG: 90 kg

Position im letzten Derby Dutzend: 34


Ein neues Gesicht am Derbyhimmel ist Westminster Studs WESTMINSTER ROCKET. Ins Gespräch brachte er sich am 02. Mai mit einem beeindruckenden Sieg im Premio Emanuele Filiberto (LR) über 2000 Meter in Mailand. Hierbei ließ er unter anderem meine bisherige Nummer 1 KAIROS (Zarak) leicht hinter sich.


Bisher sah man den GOLDEN HORN-Sohn nur in Polen und Italien am Ablauf, somit sind seine Formen sicher mit Vorsicht zu genießen.

Aber nicht nur die Art und Weise seines Sieges in Mailand gefiel mir sehr gut, auch die Siegzeit von 2:02,05 für die 2000 Meter Strecke war sehr stark. Zum Vergleich: Gostam benötigte für die gleiche Distanz am Tag zuvor in München über fünf Sekunden länger!


Westminster Rockets Vater GOLDEN HORN (Cape Cross) war selbst ein herausragender Dreijähriger. Er gewann 2015 unter anderem das G1 Epsom Derby, die G1 Coral Eclipse, die G1 Irish Champion Stakes und den G1 Prix de l'Arc de Triomphe. Er war zudem Zweiter im G1 Juddmonte International und dem G1 Breeders Cup Turf.

Er ist der Vater des G1 Ascot Gold Cup Siegers TRAWLERMAN und des italienischen Derbysiegers GOLDENAS. Das G2 Derby Italiano soll nun auch für Westminster Rocket die nächste Station in Richtung Hamburg-Horn sein.

Premio Emanuele Filiberto (LR)

8 - KAIROS

Zarak x Kosmische (Fastnet Rock)

Besitzer: Liberty Racing 2024 Platin

Trainer: Henk Grewe

Züchter: Rashit Shaykhutdinov

Quote: 30,0

GAG: 90,5 kg

Position im letzten Derby Dutzend: 1


Einen großen Downfall in meinem Ranking muss Liberty Racing Galopper KAIROS hinnehmen. Er war seit seinem Debütsieg im September meine unangefochtene Nummer 1.

Im Mailänder Premio Emanuele Filiberto startete der ZARAK-Sohn in seine Dreijährigenkampagne und enttäuschte als 1,3:1 Favorit mit einem vierten Platz.


Liberty Racing Gründer und seit neuestem Spiegel-Bestseller Autor Lars-Wilhelm Baumgarten analysierte das Rennen im Nachgang gegenüber GaloppOnline: „Das war schon eine Enttäuschung heute. Kairos scheint ein Pferd zu sein, das zwar ein hohes Tempo über lange Zeit gehen kann, dem aber die explosive Beschleunigung auf den letzten 200 Metern fehlt. Der Boden war für Kairos wohl nicht weich genug. Seine Bestleistung rief er letztes Jahr in Hannover auf schwerem Geläuf ab. Es ist auch fraglich was seine Zweijährigen-Form wirklich wert war, nachdem auch Abachi am Vortag etwas unter den Erwartungen blieb. Das italienische Derby ist nach heute eher unwahrscheinlich. Wir glauben bei Liberty Racing immer an Wunder.“


Von Wundern würde ich an dieser Stelle noch nicht sprechen, dafür waren seine Leitungen aus 2025 optisch einfach zu stark. Auch wenn ABACHI (Japan) im G2 Bavarian Classic mit einem fünften Platz etwas unter den Erwartungen blieb. Aber auch für ihn war es der erste Jahresstart.


Ich habe Kairos noch lange nicht abgeschrieben, vor allem auch deshalb, weil er zu den wenigen Pferden gehört die definitiv die im Derby geforderten 2400 Meter stehen werden. Nur die Auswahl seines nächsten Rennens kann ich nicht ganz nachvollziehen. Das G2 Derby Italiano wird man nach dem schwachen Laufen in Mailand auslassen. Alternativ geht man mit ihm ins Union-Rennen, was ebenfalls ein Gruppe 2-Rennen ist und nicht gerade einfacher. Für das logische Rennen: das G3 JRA Derby-Trial in Iffezheim bekam Kairos keine Nennung. Wie auch sonst kein Liberty Racing Galopper. 2023 gewann FANTASTIC MOON (Sea The Moon) dieses Rennen vor seinem Triumph in Hamburg. AQUAMAN (Cracksman) belegte im letzten Jahr den dritten Platz für Liberty Racing.

Alson - Youngster Steher Cup (2000 Meter)

9 - ALTER MEISTER

Japan x Artemisia (Peintre Celebre)

Besitzer: Stall Nizza

Trainer: Waldemar Hickst

Züchter: Stall Nizza

Quote: 20,0

GAG: Noch ohne Rating

Position im letzten Derby Dutzend: Noch nicht gelaufen


Umso häufiger ich mir ALTER MEISTERs Debütsieg ansehe, desto mehr Mumm bekomme ich auf ihn. Und in wenigen Stunden, kann nochmals ein großes Ausrufezeichen setzen. Er läuft nämlich am heutigen Donnerstag in einem ordentlich besetzten Listenrennen in Longchamp. Ein Platz unter den ersten drei würde ihn vermutlich in meine Top fünf katapultieren.


Noch bin ich etwas auf der Suche nach DEM Derbypferd. Alter Meister könnte dieses Pferd sein. Bislang war er ein mal am Start, gewann beim Debüt in Lyon-Parilly in schönem Stil gegen anständige Gegner. Der Zweitplatzierte SWIFT MAGIC (Frankel) gewann erst gestern ein Rennen in Chantilly mit 2,5 Längen.

Alter Meister ist ein Halbbruder des Derbyzweiten von 2021 ALTER ADLER (Adlerflug). Dieser wurde ebenfalls von Waldemar Hickst für den Stall Nizza vorbereitet.

Alter Adlers Weg ins Derby führte damals auch ausschließlich über Frankreich. Er debütierte wie sein kleiner Bruder erst im April. Wurde bei seinen ersten beiden Starts jeweils Zweiter, ehe er beim dritten und vierten Start gewinnen konnte. In Hamburg trat er als Favorit an.


Heute Abend wird man mehr über das Können von Alter Meister wissen. Auf dem Papier macht der Nizza-Hengst als Derbysieger sehr viel Sinn.

Alter Meister gewinnt gleich beim Debüt und macht Lust auf mehr

10 - SALITOS

In Swoop x Sacre Fleur (Acclamation)

Besitzer: Liberty Racing 2024 Gold

Trainer: Peter Schiergen

Züchter: Klaus Schöler

Quote: 20,0

GAG: 84 kg

Position im letzten Derby Dutzend: 8


Auch in einem gefühlt eher durchwachsenen Jahr für Liberty Racing schaffen es Stand heute zwei Pferde in meine Top 10. Nach Kairos auf der acht folgt nun SALITOS.


Sein Debüt gab der Schützling von Peter Schiegen am 27. Dezember auf der Sandbahn in Chantilly. Kam hier auf den letzten Metern richtig in Schwung und wurde Zweiter. Der Sieger aus diesem Rennen gewann im Anschluss ein weiteres Rennen in Paris Longchamp.


Der erste Sieg von Salitos stand zwei Monate später beim zweiten Lebensstart in Fontainebleau an. In der Zielgeraden musste er sich zunächst Platz verschaffen, packte dann aber richtig an und löste sich leicht auf 2,25 Längen. Seinen nun dritten Start absolvierte der IN SWOOP-Sohn in einem Class 1 in Saint-Cloud. Endete hier auf einem nicht ganz verkehrten zweiten Platz. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass es wohl nur der dritte Platz geworden wäre, wenn der mitfavorisierte und gut gehende TONNANT (Romanised) in der Zielgeraden nicht mit den Rails kollidiert wäre. Hierdurch verlor dieser seinen gesamten Schwung und endete hinter Salitos.


Für Salitos soll es als nächstes ins G2 Derby Italiano nach Mailand gehen.

Salitos gewinnt beim zweiten Start in Frankreich

11 - LIMESTONE

New Bay x Modernstone (Duke Of Marmelade)

Besitzer: Valmont & Ballylinch Stud & Al Shaqab Racing

Trainer: Joseph O'Brien

Züchter: Ballylinch Stud

Quote: 40,0

GAG: 89 kg

Position im letzten Derby Dutzend: 10


Weiter geht es im Ranking mit einem weiteren Pferd aus Irland. Dreijährig kam der von Jospeh O'Brien trainierte Hengst bislang ein Mal an den Ablauf. Über 2100m in Cork traf er wohl auf eher überschaubare Konkurrenz, allerdings wusste die Art und Weise zu überzeugen. In der Distanz wurde Limestone immer zwingender.


Neben einer Nennung für das G1 Deutsche Derby hält er auch Nennungen für das englische und irische. Sein Ticket für Epsom könnte er am kommenden Samstag in Navan in einem Listenrennen lösen. Je nach Abschneiden, wird man auch schlauer sein, was die Chance auf einen Start in Hamburg angeht.

Sein Trainer gewann 2024 mit AL RIFFA (Wootton Bassett) den G1 Westminster 134. Grossen Preis von Berlin.


Limestones Mutter MODERNSTONE (Duke Of Marmelade) brachte es auf ein GAG von 89,5 kg und stellte mit LONE EAGLE (Galileo) 2021 den Zweiten im G1 Irish Derby.

Limestone gewinnt in Cork über 2100 Meter sein zweites Rennen beim vierten Start

12 - LOMMI

Churchill x La Sabara (Sabiango)

Besitzer: Eckhard Sauren

Trainer: Henk Grewe

Züchter: Randolph Peters

Quote: 20,0

GAG: 93 kg

Position im letzten Derby Dutzend: 16


Meine Liste rund macht mit LOMMI der dritte Gruppesieger in meinen Top 12. So richtig warm werde ich mit dem von Henk Grewe trainierten CHURCHILL-Sohn allerdings noch nicht. Zweijährig gehörte Lommi bereits zur Jahrgangsspitze. In Krefeld gewann er das letzte Grupperennen des Jahres deutlich. Überragend waren die Gegner an diesem Tag aber wohl eher nicht.

Ganz anders sah es aber nun im G2 Bavarian Classic aus, in welchem Lommi in die Saison gestartet ist. Dort wartete neben Überflieger Gostam einige weitere hochveranlagte Galopper, welche bis auf Gostam und Abachi auch bereits einen Start im Bauch hatten.


Mehr als achtbar Zog sich Lommi in München als Zweiter aus der Affäre. Gegen Gostam hatte er trotz Kampf wenig zu melden. Dieser wurde lediglich mit den Händen geritten. Auf Platz drei folgte mit PEACE OF JAPAN (Japan) ein Pferd, von dem man erwarten kann, dass es sich noch steigern kann.


Bei drei Starts auf Gruppe-Ebene verließ Lommi nun zwei Mal das Geläuf als Zweiplatzierter. Sowohl im besagten Bavarian Classic, als auch im Oktober im G3 Preis des Winterfavoriten hieß sein Bezwinger Gostam.

Für Lommi geht es als nächstes ins G3 JRA Derby-Trial nach Baden-Baden. Auf Gostam wird er hier nicht treffen.

G3 Grosser Preis der RONDO FOOD GmbH & Co KG-Herzog von Ratibor Rennen

Wo ist eigentlich...?

Im Derby Dutzend werden, der Name verrät es schon, nur meine Top 12 präsentiert. Aber natürlich habe ich mir meine Gedanken zu allen Pferden gemacht. Hier will ich noch ein paar Namen vorstellen, die der ein oder andere vielleicht vermisst.


14 ENGLISHMAN (Nathaniel) - Gestüt Ittlingen - Marcel Weiss

18 ABACHI (Japan) - Stall Nizza - Peter Schiergen

21 MYSTIC CHARLY (Circus Maximus) - Stall Mandarin - Andreas Wöhler

23 SPEZIALIST (Protectionist) - Stall Mandarin - Yasmin Almenräder

25 WALADARES (Gleneagles) - Gestüt Ebbesloh - Sarah Steinberg

26 DASTAN (Reliable Man) - Darius Racing - Bohumil Nedorostek


Das war es vorerst von mir. Jedes Ranking ist natürlich nur eine Momentaufnahme. spätestens nach dem Start von Alter Meister sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Es liegen so oder so spannende Wochen vor uns bis Hamburg.

Gerade in einem Jahr in dem es scheint als könne jeder jeden schlagen, kann es schnell passieren, dass ein Pferd, an das heute kaum einer denkt in Hamburg ganz weit vorne auftaucht...


Wer sich nochmal an das letzte Jahr zurückerinnern möchte, findet hier mein Derby Dutzend II aus 2025: Bavarian Classic Afterparty


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Luis Kimmel



 
 
 
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