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Ein erster Blick auf das Deutsche Derby 2026 - Derby Dutzend 0

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Keine vier Monate mehr bis sich in Hamburg zum 157. Mal die Boxen zum Deutschen Derby öffnen. Ich werfe schonmal einen Blick auf das Rennen der Rennen.


Aktuell sind 89 Pferde für das G1 IDEE 157. Deutsche Derby am 5. Juli 2026 in Hamburg-Horn genannt. 23 davon stehen bei Trainern aus dem Ausland. Den größten Teil der ausländischen Pferde betreut erneut Joseph O’Brien aus Irland. Zu seinen fünf Kandidaten gehört auch der für Moritz Becher, Philip Baron von Ullmann und John Kortüm vorbereitete HANDSHAKE (Sea The Moon). Der Halbbruder der G2 German 1000 Guineas-Siegerin HABANA (Kingman) gewann vor kurzem beim Debüt in Dundalk. Hamburg ist sein festes Ziel.

Mit 12 Nennungen ist Henk Grewe am kopfstärksten von allen Trainern vertreten. Vier davon stehen im Besitz des Kölner Rennvereins Präsidenten Eckhard Sauren: LOMMI (Churchill), MELTING MOON (Sea The Moon), WEEKEND WARRIOR (Japan) und SANTA CATARINA (Zarak). Drei Mal zeichnet bei Grewe Liberty Racing als Besitzer verantwortlich: CHIEFLAND (Study Of Man), KAIROS (Zarak) und WINGS OF GLORY (Oasis Dream).

Insgesamt taucht das Syndikat um Lars-Wilhelm Baumgarten mit sechs Pferden am häufigsten in der Nennungsliste für das Deutsche Derby auf.


Als Favorit auf das Blaue Band gilt aktuell ganz klar der ungeschlagene GOSTAM (Saxon Warrior) aus dem Stall von Andreas Wöhler. Er steht im Besitz von Darius Racing und Michael Motschmann. Darius Racing konnte das Derby zuletzt 2021 mit SISFAHAN gewinnen. Fünf Jahre zuvor war sein Vater ISFAHAN (Lord Of England) in Horn erfolgreich.


Eine Frage, die man sich immer um diese Zeit stellt: Hat man den Derbysieger schon auf der Bahn gesehen? Wenn man vom Hype um Gostam überzeugt ist, dann ist die klare Antwort sicher: Ja!

67 der 89 genannten Pferde waren bereits am Ablauf. Bei den Pferden, die noch nicht gelaufen sind, bleibt nur ein Blick ins Pedigree. Und da zeigt sich mit Blick aufs Derby: der Vater macht oft den Unterschied.

Sieben der letzten neun Derbysieger hatten einen Hengst zum Vater, der selbst ein Derby gewann oder zum Galopper des Jahres gekürt wurde. Einzige Ausnahmen waren die letzten beiden Sieger. PALLADIUM hat mit GLENEAGLES (Galileo) allerdings einen etablierten Hengst zum Vater. So richtig aus der Reihe tanzt also nur der amtierende Derbysieger HOCHKÖNIG. Sein Vater POLISH VULCANO (Lomitas) war selbst "nur" Gruppe 3-Sieger und brachte neben Hochkönig nur einen weiteren Gruppesieger mit SIR POLSKI.

Das Rennen des Jahres: Hochkönig gewinnt das IDEE 156. Deutsche Derby 2025

Erst Gruppesieger, dann Derbysieger?

Besser als zweijährig schon auf Gruppelevel zu gewinnen, kann man es ja eigentlich nicht machen. Beste Voraussetzungen für einen Sieg in Hamburg?


In diesem Jahrtausend waren lediglich vier spätere Derbysieger bereits zweijährig in Grupperennen erfolgreich: FANTASTIC MOON (Sea The Moon), ISFAHAN (Lord Of England), PASTORIUS (Soldier Hollow) und BUZZWORD (Pivotal). Die beiden Erstgenannten gewannen den G3 Preis des Winterfavoriten 2022 und 2015, Pastorius 2011 das G3 Herzog von Ratibor-Rennen und Buzzword sicherte sich zwei Jahre vorher den G3 Prix La Rochette in Frankreich.

In der Nennungsliste für das Deutsche Derby 2026 finden sich drei Gruppesieger. Vor einem Jahr waren es fünf Pferde, die zum diesem Zeitpunkt in ihrer Karriere bereits auf Gruppeebene gewinnen konnten. LAZIO (Make Believe) erreichte dann im Derby den dritten Platz und war somit der Einzige der Fünf, dem eine Platzierung auf den vorderen Plätzen in Hamburg gelang. Die aktuell drei einzigen Gruppesieger für das diesjährige Derby sind der erwähnte Winterfavorit Gostam, der Sieger des G3 Grosser Preis der RONDO FOOD GmbH & Co. KG - Herzog von Ratibor - Rennen Lommi und der Franzose WAYBREAKER (Galiway). Waybreaker gewann für Trainer Christopher Head den G3 Prix de Conde Jockey Club du Turquie über 2000m in Saint-Cloud.

Lommi war übrigens Zweiter zu Gostam im Preis des Winterfavoriten bevor er wenige Wochen später in Krefeld selbst zum Gruppesieger wurde.

IDEE 152. Deutsches Derby 2021 - Andrasch Starke gewinnt mit Sisfahan sein achtes Derby. Für Darius Racing war es der zweite Volltreffer.

Listenrennen konnten zweijährig KAIROS (Zarak) und der von George Scott trainierte COMMAND THE STARS (Sea The Stars) gewinnen. Keiner der letzten zehn Derbysieger konnten das von sich behaupten. Schlechte Vorzeichen für die Beiden?


Listenrennen können dennoch entscheidend sein. Besonders ein Rennen fällt dabei ins Auge. Sisfahan, WINDSTOSS (Shirocco) und LACCARIO (Scalo) gewannen allesamt das Düsseldorfer Derby-Trial vor ihrem Derbysieg. Gleich drei Mal in den letzten neun Jahren gewann der spätere Derbysieger dieses Rennen vor seinem Sieg in Hamburg.


Ungeprüfte Derbysieger

Palladium und Hochkönig gewannen ihr erstes Rennen erst dreijährig. Also keinen Grund zur Beunruhigung, falls es bislang noch nicht für einen Sieg gereicht hat, oder ein Pferd vielleicht sogar noch gar nicht am Start war.


Sechs Jahre ist es her seitdem ein Pferd das Deutsche Derby gewinnen konnte ohne zweijährig rausgekommen zu sein. IN SWOOP sicherte sich das Blaue Band 2020 gegen TORQUATOR TASSO (beide Adlerflug) für das Gestüt Schlenderhan. Für Schlenderhan war es damals der 19. Sieg im Derby - Rekord!

In Swoop wurde allerdings in Frankreich trainiert und somit liegt der letzte deutsche Sieger ohne Start zweijährig nochmals fünf Jahre weiter in der Ferne. NUTAN (Duke Of Marmelade) gewann vor elf Jahren unter Andrasch Starke für den Stall Nizza das Derby. Zu den beiden genannten gesellen sich in diesem Jahrtausend BOREAL (Java Gold), SHIROCCO (Monsun), SCHIAPARELLI (Monsun), WALDPARK (Dubawi) und LUCKY SPEED (Silvano) als zweijährig ungeprüfte Derbysieger.


Vielleicht ein gutes Omen für Pferde wie AKTIVIST (Victor Ludorum), ALTER MEISTER (Japan), SWORD NATHAN (Nathaniel) oder LONGHI (Sea The Moon)? Allesamt warten noch auf ihr Debüt. Aktivists Mutter AKRIBIE (Reliable Man) gewann für das Gestüt Röttgen 2019 das G2 Diana-Trial. Alter Meister ist ein Halbbruder des Derbyzweiten 2021 ALTER ADLER (Adlerflug). Sword Nathan hat die Winterkönigin des Jahres 2012 SWORDHALF (Haafdh) zur Mutter. Sie brachte mit SWORD PEINTURE (Peintre Celebre) und SATOMI (Teofilo) bereits zwei Blacktype-Performer. Satomi gewann 2020 den G2 Grossen Hansa-Preis gegen Derbysieger Windstoss. Longhi ist ein Halbbruder des Derbysieger aus 2019 Laccario und wird für das Gestüt Ittlingen von Marcel Weiß vorbereitet.


Stutenderby

Nur zwei Mal seit dem Ende des zweiten Weltkriegs gab es in Deutschland eine Derbysiegerin. 1955 gewann LUSTIGE (Ticino) für die Gebrüder Buhmann in Hamburg. 42 Jahre später war wieder eine Stute im wichtigsten deutschen Zuchtrennen erfolgreich. Die große BORGIA (Acatenango) gewann im Anschluss den G1 Mercedes-Benz - 125. Grossen Preis von Baden und platzierte sich im G1 Prix de l'Arc de Triomphe und im G1 Breeders Cup Turf. Zwei Jahre später beendete sie ihre Karriere mit einem Sieg in der G2 Hong Kong International Vase.

Nur drei Stuten findet man in diesem Jahr in der Nennungslist für das Blaue Band. Die Ebbesloherin ASA NORTE (Protectionist) ist eine Halbschwester des Klassemeilers ARCANDI (Zarak), der 2024 zwei Gruppe 3-Rennen in Deutschland gewinnen konnte. Im Derby kam er nicht an den Ablauf. Wie Arcandi, wird auch Asa Norte von Peter Schiergen trainiert und dürfte als Protectionist-Tochter über etwas mehr Stehvermögen verfügen. Eckhard Sauren nannte die Zarak-Tochter SANTA CATARINA für Hamburg. In meinem Artikel zu den Champions der Saison 2025 habe ich schon einiges über die Stute aus Ebbesloher Zucht geschrieben. Mehr dazu findest du hier:


Die dritte Stute im Bunde ist die von Jan-Erik Neuroth vorbereitete NOUVELLE FLEUR (Study Of Man). Sie erhielt außerdem Nennungen für die G2 106. German 1000 Guineas und die G1 168. Henkel-Preis der Diana - German Oaks.

Eine Zeitreise ins Jahr 1955. Lustige gewinnt unter Albert Klimscha das Derby in Horn

Derbysieger aus deutschem Hause

Eines verbindet alle Sieger seit 2011: Sie wurden in Deutschland trainiert oder standen in deutschem Besitz. Nur In Swoop gewann für einen ausländischen Trainer das Blaue Band. Francis-Henri Graffard war damals der Trainer der Wahl für Schlenderhan.


Generell kann das Deutsche Derby eine sehr gute Bilanz deutscher Besitzer, Trainer und Züchter vorweisen. Auch wenn fünf der letzten 15 Sieger ein ausländisches Ländersuffix trugen, stammte nur einer davon aus nicht-deutscher Zucht. Sisfahan stammte aus der Zucht von Guy Pariente und war der einzige Sieger aus französischer Zucht.

Lucky Speed, Nutan, In Swoop und SAMMARCO (Camelot) tragen allesamt den irischen Suffix IRE. Ihre Züchter sind allerdings Gestüt Hof Ittlingen, Jürgen Imm, Stall Ullmann und Gestüt Park Wiedingen.


Trainer, Besitzer und Züchter sollten schon aus Deutschland kommen für einen Volltreffer in Hamburg. So zumindest die Statistik. Neben den im Ausland trainierten Pferden könnte diese Statistik auch für deutsche Pferde wie DALYAN (Romanised), HELVETIOS (Study Of Man) und Lommi zum Verhängnis werden, die allesamt aus ausländischer Zucht stammen.

Auch Liberty Racing könnte mit der Statistik mächtig Probleme bekommen. Vier der sechs genannten Hengste stammen nicht aus deutscher Zucht. Nur DAYTONA (Gleneagles) und WINGS OF GLORY (Oasis Dream) stammen aus Fährhofer, beziehungsweise Park Wiedinger Zucht.


Alles natürlich erstmal nur Theorie. Wenn man sich jedes der 89 Pferde anschauen würde, würde man sicher für jedes sowohl eine Menge statistische Pro als auch Contra Punkte finden. Da bin ich mir sicher. In Hamburg sieht dann alles aber doch meistens anders aus.

Ganz anders hätte es beinahe 2025 ausgesehen. Der Zweitplatzierte CONVERGENT (Fascinating Rock) wäre, was die meisten erwähnten Statistiken angeht, mal so richtig aus der Reihe getanzt: Kein Blacktype zweijährig, ausländischer Trainer, Besitzer und Züchter und sein Vater FASCINATING ROCK (Fastnet Rock) war kein klassischer Sieger oder herausragender Vererber. Gott sei Dank, wurde er nur Zweiter, so können wir uns weiter an Statistiken klammern.


Wer ist dein Derbyfavorit?

Bis zum ersten Sonntag im Juli ist es noch ein gutes Stück. Der Winter bietet Zeit für Zahlen, Pedigrees und erste Eindrücke. Genau darum geht es im GaloppDaily Derby Dutzend: eine fortlaufende Bestandsaufnahme der aussichtsreichsten Kandidaten für das Blaue Band.

Wichtig dabei: Alle genannten Statistiken und Einschätzungen beziehen sich auf den Stand vom 01. März 2026. 


Jetzt interessiert mich deine Meinung: Wer ist dein aktueller Favorit? Hast du vielleicht schon einen Geheimtipp für Hamburg? Teile deine Einschätzung gerne in den Kommentaren, auf Insta oder Facebook!


Die gesamte Nennungsliste findest du hier:


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Titelbild: Marc Rühl



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